Bewerbungsanschreiben: 10 Fehler, die Sie in Ihrer Bewerbung vermeiden sollten!

Tipps für Ihre perfekte Bewerbung

Bewerbungsanschreiben: 10 Fehler, die Sie in Ihrer Bewerbung unbedingt vermeiden sollten!

Stellenangebote in Stellenanzeigen richtig zu lesen und zu verstehen, ist schon eine Kunst. Bewerber, die diese Kunst beherrschen, können mit ihrem Bewerbungsanschreiben ganz klar punkten. Denn bei Ihrem Anschreiben kommt es darauf an, die Stellenanzeige so zu beantworten, dass Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Kurz gesagt: Sie müssen den Personaler in wenigen Zeilen neugierig machen und ihm zeigen, dass genau Sie der oder die Richtige für die ausgeschriebene Stelle sind.

Dabei passieren Bewerbern immer wieder Fehler, die vielleicht zur Absage führen, ohne überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden zu sein. Karriereberaterin Dr. Cornelia Riechers zeigt Ihnen, welche typischen Fehler in Bewerbungsanschreiben immer wieder vorkommen. Wenn Sie die folgenden zehn Fehler vermeiden, sind Sie Ihrer Einladung zum Vorstellungstermin schon ein ganzes Stück näher.

Fehler Nr. 1: Lobhudelei in der Einleitung des Bewerbungsanschreibens

Beginnen Sie Ihr Anschreiben nie mit einem Satz wie »Ihr Unternehmen ist mir als Marktführer im Bereich xy bekannt …«. Normalerweise weiß der potenzielle neue Arbeitgeber selbst bestens über sein Unternehmen Bescheid. Kommen Sie lieber gleich zur Sache und nennen Sie dem Leser Ihre beruflichen Qualifikationen, die für die ausgeschriebene Position in seiner Stellenanzeige relevant sind.

Fehler Nr. 2: Standard-Bewerbungsschreiben von der Stange
Mal ehrlich: Würden Sie Ihrer neuen Freundin (bzw. Ihrem neuen Freund) denselben Liebesbrief schicken, den schon Ihr/e Verflossene/r seinerzeit von Ihnen erhielt? Wohl kaum, denn damit würden Sie sicher nicht das Herz Ihrer Angebeteten rühren. Schließlich ist »jeder Jeck anders«.
 
Auch der Personalleiter braucht beim Lesen einer Bewerbung das Gefühl, dass sein Unternehmen – und sonst keines – das »Auserwählte« ist. Deshalb sollten Sie das Anschreiben, das Sie individuell für eine bestimmte Stellenausschreibung entwickelt haben, nicht für Bewerbungen auf ganz andere Stellenanzeigen verwenden. Denn mit einer Bewerbung »von der Stange« werden Sie den Leser sicher nicht von sich überzeugen.
Schreiben Sie Ihr Bewerbungsschreiben also jedes Mal neu und gehen Sie präzise auf die Anforderungen der jeweiligen Stelle ein.
 
Fehler Nr. 3: Inhalt der Stellenanzeige nicht verstanden

Wenn ein internationaler Anlagenbauer einen Business Development Manager für verschiedene Standorte sucht und in der Anzeige insgesamt sechsmal der Begriff »M & A« auftaucht, dann sollten Sie als Bewerber schon verstehen, was sich dahinter verbirgt. (Und nein, es handelt sich nicht um ein bekanntes Modehaus.)

Die in Stellenanzeigen aufgelisteten Fachbegriffe sind wichtig für das Anforderungsprofil und spielen bei der Bewerberauswahl eine Rolle, ganz besonders wenn sie mehrmals vorkommen. Schlagen Sie unbekannte Fachbegriffe also unbedingt nach, bevor Sie auf das Jobangebot antworten! Mitunter sparen Sie sich so auch eine ganze Menge Arbeit und Enttäuschung, da Sie frühzeitig merken, dass die ausgeschriebene Stelle gar nicht das ist, was Sie suchen.

Fehler Nr. 4: Thema der ausgeschriebenen Stellen verfehlt

Im Stellenangebot eines Dessous-Herstellers sind die Markennamen Chantelle und Passionata in Fettdruck hervorgehoben. Da nützt es Ihnen nichts, wenn Sie gleich im ersten Satz Ihre derzeitige Tätigkeit in einem Unternehmen der Lebensmittel-Verpackungsindustrie erwähnen.

Finden Sie einen Einstieg, der zeigt, dass Sie schon Erfahrung in einem Modeunternehmen gesammelt haben und dass Sie die Label Chantelle und Passionata schätzen – und sich einige von deren Produkten in ihrem Kleiderschrank befinden.

Fehler Nr. 5: Anlagen als Lückenbüßer

Glauben Sie nicht, mit dem freundlichen Hinweis »Meine Qualifikation entnehmen Sie bitte den beigefügten Unterlagen« könnten Sie sich die Darstellung Ihrer beruflichen Qualifikation im Anschreiben sparen.

Ob die Personalleute überhaupt Lust haben, sich mit diesen Unterlagen im Anhang Ihrer Bewerbung zu beschäftigen, hängt davon ab, ob Sie es geschafft haben, mit dem Anschreiben Interesse und »Lust auf mehr« zu wecken. Begründen Sie also in Ihrem Bewerbungsschreiben explizit, welche Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten Sie genau für die ausgeschriebene Stelle qualifizieren.

Fehler Nr. 6: Zu forsches Auftreten im Bewerbungsanschreiben

Wenig zielführend ist in Bewerbungen auch der Schlusssatz »Ich bin zuversichtlich, Ihrem Anforderungsprofil zu entsprechen, und freue mich daher auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.«

In der Rolle des Bewerbers steht Ihnen die Beurteilung, ob Sie auf die ausgeschriebene Stelle passen oder nicht, gar nicht zu. Das ist ausschließlich Sache des potenziellen Arbeitgebers. Und die Fähigkeit, sich rollenkonform zu verhalten, gehört zum Anforderungsprofil der meisten Stellen dazu. Bieten Sie also einfach Ihre Mitarbeit an und überlassen Sie die Reaktion darauf dem Bewerbungsempfänger!

Fehler Nr. 7: Überqualifizierung

Es gibt viele gute Gründe, warum Sie sich vielleicht einmal auf eine Position bewerben, für die weniger Kompetenzen und Qualifikationen gefordert sind als für Ihre bisherige. Wedeln Sie dem potenziellen neuen Arbeitgeber dann lieber nicht allzu offensichtlich mit Ihrer Überqualifikation vor der Nase herum!

Wenn beispielsweise die »Führung eines kleinen Teams« mit zwei bis drei Mitarbeitern ausgeschrieben wird, dann lassen Sie die Angabe »Personalverantwortung für rund 50 Mitarbeiter« besser weg. Bieten Sie nur solche Qualifikationen an, die zu Ihrer Zielposition passen! Dass Sie bereits Führungserfahrung haben, sollten Sie also natürlich erwähnen – für wie viele Personen Sie dabei verantwortlich waren, jedoch in dem Fall lieber nicht.

Fehler Nr. 8: Schlechte Eigenwerbung und zu viel Offenheit

Sollten Sie tatsächlich einmal in der glücklichen Lage gewesen sein, sich eine Auszeit zu gönnen, dann sollten Sie damit nicht in Ihrer Bewerbung hausieren. Bei dem Satz »Ende Oktober 2013 habe ich meinen bisherigen Arbeitgeber verlassen, um eine sechsmonatige Reise zu unternehmen« entsteht beim Bewerbungsempfänger mitunter der Eindruck: Aha, wenn dieser Bewerber (oder Bewerberin) von der Reiselust gepackt wird, dann verlässt er/sie mir nichts, dir nichts ihren Arbeitgeber. Nehmen Sie die Sichtweise des Arbeitgebers ein und schreiben Sie, was dieser lesen möchte! Hier ist gut zu wissen, was man getrost weglassen sollte!

Fehler Nr. 9: Hervorheben der eignen Wünsche statt der Unternehmensinteressen

Gewiss sollen Sie für sich überlegen, wo Sie in Zukunft gern arbeiten möchten und wie Ihr neuer Job aussehen sollte. In Ihr Anschreiben gehören diese Überlegungen aber nicht! Mit einem Satz wie »Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, welche Kriterien mein zukünftiger Job unbedingt erfüllen sollte« wecken Sie höchstens den Verdacht, dass Ihnen die Interessen des Arbeitgebers egal sind und Sie nur an sich selbst denken. Teilen Sie dem Bewerbungsempfänger lieber Ihre Gedanken darüber mit, was dieser braucht und was Sie dafür mitbringen.

Fehler 10: Bewerbung aus Frust

Was würden Sie davon halten, wenn Sie als Personaler folgende Informationen in einem Bewerbungsschreiben lesen würden? »Am 31.10. bin ich aus meiner vorherigen Firma ausgeschieden. Bis heute waren meine Bemühungen um einen neuen Arbeitsplatz nicht erfolgreich. Ich habe mir nun überlegt, mich bei Ihnen zu bewerben, und bitte Sie, meine Einsatzmöglichkeiten in Ihrem Hause zu prüfen.«

Hier spricht die Frustration des Bewerbers aus jeder Zeile und signalisiert dem Arbeitgeber: Der bewirbt sich nur deshalb bei uns, weil kein anderer ihn haben wollte. Lassen Sie in einem solchen Fall die Bewerbung lieber gleich bleiben! Aus Ihrem Bewerbungsanschreiben muss der Empfänger herauslesen können, dass Sie auf die Arbeit in diesem Unternehmen wirklich Lust haben und sich darauf freuen. Geben Sie dem potenziellen neuen Arbeitgeber das Gefühl, dass genau sein Unternehmen das einzige ist, bei dem Sie sich bewerben und bei dem Sie arbeiten wollen!

Autor: Dr. Cornelia Riechers
Redaktionelle Bearbeitung: Nicole Marschall

Fotocredits

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