Bewerbungskosten von der Steuer absetzen

Tipps für mehr Geld in der Tasche

Bewerbung und Steuererklärung 2018: Diese Bewerbungskosten können Sie von der Steuer absetzen

Bewerbungen schreiben ist immer mit Aufwand verbunden – zeitlich und finanziell. Einen Teil Ihrer Bewerbungskosten können Sie sich über die Steuererklärung vom Finanzamt zurückholen. Welche Bewerbungskosten Sie in der Einkommenssteuererklärung 2018 steuermindernd ansetzen können, zeigen wir Ihnen hier.
Bewerbungen kosten Zeit und Geld

Wer auf Jobsuche ist, weiß, wie aufwändig der Bewerbungsprozess – vom Bewerbungsschreiben bis zum Vorstellungsgespräch – ist: Sie brauchen Zeit, um Stellenanzeigen zu durchforsten oder passende Arbeitgeber auf dem verdeckten Stellenmarkt zu lokalisieren. Das Aufsetzen des Lebenslaufs und das Texten individueller Bewerbungsanschreiben oder Motivationsschreiben kostet Zeit, ebenso die ansprechende, zeitgemäße Gestaltung und das Zusammenstellen der Bewerbungsmappe mit allen Bewerbungsunterlagen samt Arbeitszeugnissen, Referenzschreiben, Schul-, Fachhochschul- oder Universitätsabschlüssen. Ganz gleich, ob Sie 2018 noch „klassische“ Bewerbungen per Post verschickt oder den digitalen Weg über E-Mails oder die Bewerbungsportale der Arbeitgeber gewählt haben, zumindest Ihren finanziellen Aufwand können Sie sich über die Steuererklärung vom Finanzamt zurückholen! Um die Posten von der Steuer abzusetzen, ist es irrelevant, ob Sie sich aus einer bestehenden Beschäftigung oder aus der Arbeitslosigkeit heraus beworben haben. Für das Finanzamt ist es auch unerheblich, ob Ihre Bewerbung erfolgreich war, also ob Sie den Job bekommen haben oder nicht.

Bewerbungskosten sind steuerlich gesehen Werbungskosten
Steuerrechtlich werden Bewerbungskosten als Werbungskosten behandelt, sie sind voll abzugsfähig und senken die Steuerlast. Jeder Steuerpflichtige kann pro Jahr einen Pauschalbetrag von 1.000 Euro Werbungskosten in seiner Steuererklärung geltend machen. Sind Ihre realen Werbungskosten höher als 1.000 Euro, sollten Sie diese nachweisen können, wenn Sie sie vollumfänglich von der Steuer absetzen wollen.
 
Belege aufbewahren – Bewerbungskosten nachweisen!

Generell können Sie alle bewerbungsbezogenen Kosten von der Steuer absetzen. Optimal ist es, wenn Sie Rechnungen aufbewahrt haben, mit denen Sie Ihre Bewerbungskosten belegen können. Denn auch, wenn Sie die Belege nicht zwangsläufig mit der Steuererklärung beim Finanzamt einreichen müssen, so sollten Sie Ihre Ausgaben dennoch belegen können, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ihre Bewerbungskosten den Werbungskosten-Pauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen.

Außerdem sollten Sie nachweisen können, wo Sie sich tatsächlich beworben haben: Dazu archivieren Sie die Korrespondenz mit Ihren potenziellen neuen Arbeitgebern. Bei Bedarf sollten Sie Ihre einzelnen Bewerbungsschreiben, Eingangsbestätigungen Ihrer Bewerbungen, Einladungen zu Vorstellungsgesprächen oder auch Absagen vorweisen können.

Sie waren im vergangenen Jahr auf Jobsuche und haben Bewerbungen geschrieben, Bewerbungsfotos machen lassen und Bewerbungsmappen erstellt? Sie wurden zu Vorstellungsgesprächen eingeladen und hatten eine ganze Menge Bewerbungskosten, die Ihnen weder vom potenziellen neuen Arbeitgeber oder der Arbeitsagentur erstattet wurden? Dann machen Sie die bewerbungsrelevanten Posten in Ihrer Steuererklärung 2018 geltend! Zu den Bewerbungskosten, die Sie von der Steuer absetzen können, zählen u.a.:

  • Amtliche Beglaubigungen (z.B. Zeugnisbeglaubigungen, beglaubigte Übersetzungen)
  • Anteilige Anschaffungskosten für Computer und Computerprogramme (z.B. Microsoft Word)
  • Anzeigenschaltungen für Stellengesuchen
  • Bewerbungsmappen (Präsentationsmappen, Klarsichthüllen, Hefter)
  • Bewerbungsfotos
  • Bewerbungsratgeber (Bewerbungsliteratur, Bücher)
  • Bewerbungsseminare und Bewerbungscoachings
  • Bewerbungsvideo (Dreh)
  • Bewerbungswebsite (IT)
  • Briefpapier bzw. Druckerpapier und Briefumschläge
  • Druckerpatronen
  • Kopien (einfache und beglaubigte Kopien)
  • Fahrkarten des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bspw. für Fahren zu Vorstellungsterminen
  • Fahrtkosten (0,30 Euro je gefahrener Kilometer) für Fahrten zu Vorstellungsgesprächen, Assessment-Centern oder Coaching-Terminen
  • Kosten für Musterarbeiten und/oder Probearbeiten 
  • Parkgebühren, die z.B. bei Fahrten zu Vorstellungsterminen oder Einstellungstests angefallen sind
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Porto (Briefmarken)
  • Sonstige Reisekosten, Übernachtungskosten und Verpflegungsaufwand, die in Verbindung mit Bewerbungsaktivitäten stehen
  • Stifte (Füller, Kugelschreiber, Klebestifte z.B. zum aufkleben der Bewerbungsfotos)
  • Telefongebühren, die im Rahmen der Bewerbung angefallen sind (Einzelnachweis)
Pauschale Bewerbungskosten von der Steuer absetzen

Sie haben keine Rechnungen, Quittungen oder sonstige Nachweise zu Ihren Bewerbungskosten? Sie wissen nicht, in welcher Höhe Sie die Werbungskosten-Pauschale angemessen ausschöpfen können? In der Regel akzeptieren die Finanzbeamten bei Bewerbungen, die Sie per Mail oder über ein Online-Portal versendet haben, einen Pauschbetrag von ca. 2,50 Euro, bei postalischen Bewerbungen 9,00 Euro pro Bewerbung. Hinzuaddieren dürfen Sie noch die Fahrtkosten (0,30 Euro pro gefahrener Kilometer).

Bewerbungskosten nur einmal erstattungsfähig

Achtung: Haben Sie Ihre Bewerbungskosten bereits von anderer Stelle erstattet bekommen – beispielsweise Fahrtkostenübernahme durch den potenziellen neuen Arbeitgeber oder die Agentur für Arbeit – dürfen Sie diese in der Einkommensteuerklärung nicht mehr absetzen.

 
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Autor: Nicole Marschall

Fotocredits

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