Mit Erkältung zur Arbeit – oder doch lieber zuhause bleiben?

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Mit Erkältung zur Arbeit – oder doch lieber zuhause bleiben?

Erkältungszeit
Mit Erkältung zur Arbeit? Soll man sich krank ins Büro schleppen oder doch lieber zuhause bleiben? Ein heikles Thema.
Gerade jetzt in der kalten, nassen Jahreszeit haben Grippeviren Hochkonjunktur. Erkältungen und grippale Effekte breiten sich ab Januar jedes Jahr verstärkt aus. Hat es Sie auch schon erwischt? Die Nase läuft, Kopf und Glieder schmerzen, die Stimme ist weg – und Sie müssen morgen wieder zur Arbeit und wissen nicht, wie Sie den Tag überstehen sollen? Schließlich wollen Sie sich nicht gleich wegen „ein bisschen Schnupfen“ krank melden. Was sollen denn die Kollegen – und vor allem der Chef – denken?
Zwei von drei Arbeitnehmern gehen krank zur Arbeit

Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sind im Jahr 2017 zwei Drittel der Arbeitnehmer zur Arbeit gegangen, obwohl sie krank waren. Viele Angestellte gehen mit einer Erkältung zur Arbeit. Die Gründe dafür sind vielfältig:

Falsch verstandene Imagepflege oder Scham: Der kranke Mitarbeiter sorgt sich, was Chef und Kollegen denken und dass sie bei einer Krankmeldung seine Loyalität und Motivation bezweifeln könnten.

Angst vor dem später zu bewältigenden Arbeitspensum: Während der Arbeitnehmer zuhause seine Krankheit auskuriert, bleibt im Büro viel Arbeit liegen. Die Rückstände lassen sich später kaum mehr aufholen. In vielen Unternehmen gibt es keine effiziente Abwesenheitsvertretung in Krankheitsfällen.

Solidarität mit den Kollegen: Der kranke Mitarbeiter möchte seinen Kollegen nicht zumuten, für ihn einzuspringen, und ihnen keine Mehrarbeit aufbürden.

Vermeintliche Unersetzbarkeit: Der krankgeschriebene Arbeitnehmer fühlt sich unersetzbar und befürchtet, dass es ohne ihn auf der Arbeit Probleme geben wird: In einem wichtigen Projekt könnte etwas schief laufen, wenn eine Vertretung, die den Sachverhalt nicht so genau kennt, beispielsweise mit einem wichtigen Kunden Preisverhandlungen führen muss.

Informationsbedürfnis: Der eigentlich arbeitsunfähige Mitarbeiter möchte bei wichtigen Konferenzen oder Team-Meetings, deren Leiter er vielleicht sogar ist, nicht abwesend sein. Denn dadurch würde nicht nur der eigene Informationsstand leiden, sondern er würde eventuell sogar die anderen an der Weiterarbeit hindern.

Angst vor Jobverlust und Sanktionen: Auch die Befürchtung, dass man mit zu vielen Krankheitstagen bei der nächsten Entlassungsrunde als erster – oder bei Gehaltserhöhungen als letzter – dran sein könnte, spielt eine wichtige Rolle.

Krank zur Arbeit? Schonen Sie sich und vermeiden Sie es, andere anzustecken!

Aber wäre es trotz all dieser Befürchtungen nicht besser, mit einer Erkältung oder gar einer Grippe zu Hause zu bleiben und sich in Ruhe auszukurieren? Die Antwort auf diese Frage beantwortet beispielsweise das Robert-Koch-Institut ganz klar mit „ja“: Wer erkältet ist, sollte gleich zu Beginn zumindest ein paar Tage zu Hause bleiben, um sich auszuruhen. Ein schlechtes Gewissen gegenüber den Kollegen und dem Arbeitgeber muss man deshalb nicht haben. Denn in den ersten Tagen ist die Ansteckungsgefahr am größten. Wer sich also schont, wird schneller wieder gesund, und steckt auch keine anderen Kollegen an.

Gerade Arbeitnehmer, die mit vielen Menschen zusammenkommen oder dicht an dicht im Großraumbüro direkt neben ihren Kollegen sitzen und mit diesen diverse Arbeitsmittel teilen, sollten sich gut überlegen, ob sie ihre „Bazillen“ verteilen und die Kollegen anstecken wollen. Denn mitunter übersteigt der wirtschaftliche Schaden durch den Präsentismus kranker Mitarbeiter so den, den ihre Abwesenheit durch Krankheitstage verursachen würde.

Mit Erkältung zur Arbeit? Kurieren Sie sich richtig aus!

5 Gründe, warum Sie bei Grippe oder deutlichen Erkältungsanzeichen zuhause bleiben sollten:

1. Geringe Leistungsfähigkeit bei Krankheit: Mit Schnupfen sowie Kopf- und Gliederschmerzen sind Sie nicht wirklich leistungsfähig und produktiv.

2. Ansteckungsgefahr durch Grippe- und Erkältungsviren: Grippale Infekte und Erkältungen sind äußerst ansteckend. Wenn Sie Kontakt mit vielen Menschen haben oder sehr nah bei Ihren Kollegen sitzen, sollten Sie besser darauf verzichten, Ihre Viren und Bakterien großzügig zu verteilen. Sonst fällt bald schon der nächste Mitarbeiter gesundheitsbedingt aus! Gerade in kleinen Teams ist es daher oftmals ratsam, beim ersten Anzeichen einer ansteckenden Krankheit zuhause zu bleiben.

3. Genesung durch Schonung: Ein kranker Körper signalisiert uns das Bedürfnis nach Ruhe. Oft sind Stress und andere Belastungen vorausgegangen, und das sensible psychosomatische System verschafft sich durch die Grippe- bzw. Erkältungssymptome die dringend benötigte Pause. Die sollten Sie ihm dann auch gönnen!

4. Gesundheitliche Langzeitfolgen durch Verschleppen: Wer sich nicht ordentlich auskuriert, verschleppt die Krankheit nur. Nicht selten kommt es zu Rückfällen. Der Körper wird nachhaltig geschwächt. Das kann zu chronischen Erkrankungen führen und im schlimmsten Fall innere Organe wie Lunge und Herz schädigen.

5. Gesundheitlicher und wirtschaftlicher Schaden: Das Verschleppen einer Infekts verursacht durch Leistungsabfall, Rückfälle, Folgeerkrankungen und Ansteckung der Kollegen letztlich mehr Schaden als eine Krankmeldung.

Und zu guter Letzt: Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie krank sind und mal pausieren müssen! Nur fit und erholt können Sie schließlich auf Dauer effektiv und produktiv arbeiten.

Autor: Dr. Cornelia Riechers, Nicole Marschall

Fotocredits

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